Kieler Nachrichten (14.03.2019)

Underdog Pop mit klassischer Prägung

Sidetrack Walker hat das neue Album „Come What May“ auf den Markt gebracht

Kiel. Seit wenigen Wochen ist das Album Come What May von Sidetrack Walker auf dem Markt. Dahinter steckt der kreative Kopf von Dominik Sonders, der damit die Kieler Musikszene um das Genre „Underdog Pop (for the faint of heart)“ bereichert.

Elf Titel umfasst Come What May, alle von Dominik Sonders komponiert und, bis auf den Bass in drei Songs und ein Gitarrensolo, selbst eingespielt. „Ich hatte schon immer das Bedürfnis, eigene Sachen zu machen“, erzählt der „nach dem Studium in Kiel hängengebliebene“ Künstler. Aufgewachsen ist er im Münsterland und die Musik hat schon früh eine Rolle in seinem Leben gespielt: Keyboard in der Grundschule, klassischer Klavierunterricht, gefolgt von Gesangsunterricht. Für eigene Produktionen hat er sich auch noch Gitarre und Schlagzeug angeeignet, Synthies und Beats stammen selbstredend auch von ihm, dem Sidetrack Walker, der auf leisen Sohlen starke Emotionen transportiert.

Das Album beginnt mit Behind The Scenes, einem Song mit schönem Spannungsbogen und melancholisch-gefühlvollem Gesang; der Track weckt Assoziationen zu den ruhigeren Alben der Metalband Opeth. Ein Vergleich, mit dem Dominik durchaus etwas anfangen kann: „Nicht stilistisch, aber atmosphärisch stecken in der Musik Einflüsse des Doom-Metal, was den Minimalismus und den Hang zur düsteren Stimmung angeht. Gleichzeitig ist sie auch durch Singer/Songwriter wie Nick Cave oder Tina Dico beeinflusst.“ Akustikgitarren in Good News oder das folkige Order Of The Day unterstreichen dies. Auch die klassische Prägung findet sich etwa in The Coming Of May; einem wunderschönen Instrumental in popaffiner Klassik mit Pianothema im Stile eines Ludovico Einaudi.

Come What May (Komme, was wolle) darf in zweierlei Hinsicht verstanden werden: „Der Albumtitel spiegelt zum einen meine Lebenseinstellung wider, dass es, trotz der düsteren Eindrücke, die darauf verarbeitet sind, immer wieder eine Perspektive und eine Chance gibt. Zum anderen steht der Mai für einen Neuanfang“, erklärt Dominik. Gemixt und (co-)produziert hat das Album Andre Jonas in Kiel, das Mastering gab Dominik in die Hände von Jacob Holm-Lupo; der Norweger hat einen großen Namen in der Progressive-Rock-Szene: „Ich hab ihn einfach angeschrieben und einen Song mitgeschickt, er fand den total geil und wollte das gern machen“, beschreibt Dominik das (manchmal ganz einfache) Vorgehen. Come What May (Cover: A.D. Jansen) und auch das Album Mirrors And Mirages mit früheren Aufnahmen sind in Kiel bei Blitz Records zu bekommen, aber natürlich auch über www.sidetrackwalker.de und die gängigen Downloadportale. Einen Höreindruck gibt es auf https://sidetrackwalker.bandcamp.com.

Kai-Peter Boysen (Kieler Nachrichten), 14.03.2019

 

Scan des Originalartikels / Scan of the original article